Welche Meinung muss ein Hersteller von seinem eigenen Produkt haben, wenn das Hauptargument für den Kauf allein der Preis ist? Nach Steve Ballmers Äußerungen über den Preis als so ziemlich einzigen Unterschied zwischen Mac und PC kommt nun die Werbekampagne dazu.
Die offizielle Aufgabenstellung lautet laut Webseite: “On a strict $1000 budget, Lauren hunts around town for a big screen laptop.” Laurens angeblich völlig freie Auswahlmöglichkeiten für einen Laptop ihrer Wahl liegen also innerhalb dieser Kriterien.
Doch ist es überhaupt möglich, einen hochqualitativen Laptop mit großem Bildschirm für unter tausend Dollar zu kaufen? Wohl eher nicht, muss man doch mit einigen Abstrichen rechnen. Auf jeden Fall aber fällt Apple zielsicher durch dieses doch sehr willkürliche Raster: Es gibt ohnehin nur einen Alibi-Laptop unter 1000 bei Apple (was ich ja auch nicht unbedingt gut finde), doch der hat keinen allzu großen Bildschirm.
Hätte die Aufgabenstellung gelautet, einen Laptop zu kaufen, auf dem professioneller Videoschnitt möglich ist, oder dessen Monitor diesen und jenen Qualitätsanspruch erfüllt oder wäre sie zumindest in einer anderen Form weniger plump offensichtlich darauf ausgelegt gewesen, Apple-Rechner auszuschließen, dann hätte die Kampagne ja noch mit einer gewissen Menge Selbstbewußtsein auftreten können.
Die “Get a Mac”-Kampagne von Apple selbst ist natürlich auch nicht völlig sachlich, doch versucht sie ja auch gar nicht, sich als solche zu verkaufen. Im Falle von diesem Windows-Spot sieht es jedoch ganz anders aus: Hier wird eine Situation konstruiert, in der es gar nicht anders geht, als einen (weitgehend beliebigen) Windows-Laptop zu kaufen. Hurra, Mission erfolgreich. Und die Probleme, die Lauren über die nächsten Jahre mit dem Betriebssystem haben wird, werden natürlich auch nicht angesprochen, sie hat das Ding ja noch nichtmal ausgepackt. Doch macht Euch selbst ein Bild:
Hätte ich an dieser Aktion teilgenommen, hätte ich mir einen Mac geholt und den Rest selbst draufgezahlt! :-P
Nachtrag: Eine oberflächliche Recherche hat ergeben, dass die Pavilion Notebooks von HP mit 17 Zoll üblicherweise in WXGA+ auflösen, was laut dieser Tabelle 1440 x 900 Pixeln entspricht, wohingegen das 17-Zoll MacBook Pro 1920 x 1080 Pixel bietet, was laut jedermanns Taschenrechner volle 60% mehr Pixel sind und ganz nebenbei auch noch genau Full HD ist. Jetzt noch BluRay, und warum sollte ich dann einen PC kaufen? Sheesh.

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